. . . unser Rheinsteig

von Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler


Liebe Wander- und Naturfreunde,

als Ortsbürgermeister des dem Naturschutz und der Landschaftspflege
besonders verbundenen kleinen Rheindörfchens FILSEN freue ich mich ganz besonders, das die enormen Anstrengungen und gemeinsamen Bemühungen um einen mitten durch das Weltkulturerbe führenden Wanderweg mit der feierlichen Eröffnung des RHEINSTEIG nun ihren vorläufigen Abschluss gefunden haben.

Obwohl unsere Gemeinde aufgrund ihrer Struktur sicherlich nicht den ganz großen wirtschaftlichen Nutzen aus diesem Projekt ziehen kann, haben wir von Anfang an dieses Vorhaben mit Freude angenommen und da wo es zweckdienlich war, uns auch konstruktiv eingebracht.
Die von uns vorgeschlagene Streckenführung im Bereich der Gemarkung und der Ortslage Filsen hat den RHEINSTEIG durch faszinierende und einmalige Ansichten und Einblicke in diese herrliche Stromlandschaft sicherlich um einiges angereichert.

Ich bin überzeugt, das die Etappe im Bereich der Ortslagen Kamp-Bornhofen, Filsen und Osterspai zu Höhepunkten dieses einmaligen Wanderweges zählen wird. Hier findet der Wanderer einfach alles, was das Wanderherz höher schlagen läßt.

Der Rheinsteig bedeutet eine weitere Aufwertung unserer herrlichen Heimat.
Er verpflichtet uns aber auch, die gemeinsamen Anstrengungen unserer Bürger(innen), unserer Vereine und der Kommune bei der nachhaltigen Pflege unserer Natur weiter zu intensivieren.
Ich wünsche mir, das die engagierte Zusammenarbeit aller an diesem Vorhaben Beteiligten auch weiterhin so funktionsfähig bleibt, und das die Arbeiten am RHEINSTEIG ihren erfolgreichen Fortgang nehmen.

Die Ortsgemeinde Filsen wird ihren Beitrag dazu gerne leisten.
Alle Besucher(innen) unserer schönen Heimatgemeinde heiße ich herzlich willkommen und wünsche ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Filsen.

Filsen, im September 2005


Feierliche Eröffnung auf der Festung Ehrenbreitstein -

Bauckhage: Aufstieg in die erste Liga der deutschen Wanderwege


aus:
Rhein-Lahn-Zeitung vom 09.09.2005, von Ulrike Hochgesand


In einen 320 Kilometer langen Weg setzt das Land große wirtschaftliche und touristische Erwartungen. Der Rheinsteig wird Wanderer begeistern, lautet die einhellige Gewissheit.

RHEINLAND-PFALZ. Auf einem Stück Rheinsteig auf der Festung Ehrenbreitstein, die für mehr als 2000 Jahre Geschichte steht, wurde jetzt der neue Wanderweg eröffnet. "Der Rheinsteig verbindet - und er ist mehr als ein symbolisches Band", stellte der Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann vor mehr als 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft fest.

"Er ist das Ergebnis einer gemeinsamen, großen finanziellen und materiellen Kraftanstrengung der Kommunen und Landkreise, der Touristikverbände und -gemeinschaften, der Wander- und Ortsvereine."

Eine Kraftanstrengung, von der sich die drei Bundesländer, durch die der 320 Kilometer lange Weg führt, einen spürbaren Schub für den Wandertourismus versprechen. Darin waren sich der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage, Dr. Jens Baganz, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, und aus Hessen Regierungspräsident Gerold Dieke (Darmstadt), einig.
Im Podiumsgespräch mit Dr. Achim Schloemer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, zeigten sich die politischen Vertreter vom Erfolg der Kooperation überzeugt. 600.000 Euro Förderung durch Länder, Landkreise und Kommunen sollen sich wirtschaftlich bezahlt machen. Die Errichtung des Rheinsteigs bedeutet den Aufstieg in die erste Liga der deutschen Wanderwege, sagte Bauckhage. "Damit sind wir auf Augenhöhe." Der Minister erwartet für Hotellerie, Gastronomie und Weinwirtschaft am Mittelrhein positive ökonomische Effekte des Rheinsteigs. Die hohe Zahl der täglichen Anfragen - und das noch vor der Eröffnung - stützt diese Begeisterung aus Politik und Wirtschaft.

Die Arbeit am Rheinsteig ist mit der Eröffnung aber noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt geht es darum, ihn immer in Schuss zu halten und Marketing für den Weg zu betreiben, sagte Karin Hünerfauth-Brixius, Leiterin des Projekts Rheinsteig. Deshalb gilt es auch weiterhin, an einem Strang zu ziehen, waren sich die Redner einig.




Was wäre das Wandern am Rhein ohne Kontakt zu den Burgen?

Der "Rheinsteig" bindet die romantischen Stätten so oft es geht ein.
Auf der Etappe zwischen der Marksburg in Braubach und den "Feindlichen Brüdern" in Kamp-Bornhofen zeigt sich, warum die neue Wanderstrecke über die Region hinaus von sich reden machen wird.

aus: Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 13.08.2005

Mit dem Auto lässt sich die Strecke zwischen Braubach und Kamp-Bornhofen in gut zehn Minuten zurücklegen. Das Wandern über den "Rheinsteig" braucht einige Stunden, wir entschieden uns sogar für zwei Etappen. Mehr als einmal und öfter als anderswo gilt das Goethe-Wort: Der Weg ist das Ziel. Und manchmal haben wir vor lauter Begeisterung über atemberaubende Blicke ins Tal und auf die gegenüberliegenden Höhen des Hunsrück fast das Wandern vergessen. Erneut ein starkes Stück Rheinsteig.

Das wegweisende Schild Rheinsteig Rheinburgenweg macht deutlich: Hier ist zusammengewachsen, was zusammen gehört - Landschaft und Geschichte, Natur und Kultur, Wandern auf der Höhe und die Wasserstraße Rhein im Tal. Wir starten inmitten der Braubacher Altstadt, umgeben von Fachwerkhäusern. Es geht hinauf zur Marksburg, auch wenn die zunächst nicht zu sehen ist. Eine Kastanienallee spendet Schatten, da fühlt sich auch der Farn wohl. Bald ist ein Parkplatz erreicht, und nun thront die einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein direkt über uns, gewaltig und imposant. Ein weltbekanntes Wahrzeichen. Noch ein paar steile Stufen - willkommen in einer anderen Welt. Grund genug, den Besuch in Braubach mit einer Besichtigung zu verbinden. Wir haben allerdings anderes vor, biegen an der Burg links ab und wandern den erneut schattigen Rheinsteig hinunter ins Tal. Kurz vor der Bahnunterführung biegt der Wanderweg links ab, wird auf dem schiefrigem Untergrund schmal und steil. Für die Menschen im Tal stets ein markantes Bild, wenn sich eine Wandergruppe im Gänsemarsch hinaufbewegt. Der Rheinsteig wirbt in eigener Sache - und fürs ganze Land.

Hin und wieder ruft die Erschöpfung zur Pause, die pralle Sommersonne brennt, der Schweiß rinnt. Doch selbst Konditionsstarke sollten öfter mal verweilen, denn der Blick zurück ist fantastisch. Rechts oben die Marksburg mit wehender Fahne, links unten der Rhein. Ausflugsschiffe und Frachter sind unterwegs und unterstreichen die Bedeutung des Flusses für Tourismus und Wirtschaft gleichermaßen. Die Häuser am anderen Ufer werden allmählich zur Modelllandschaft.
Auf der Höhe trifft von links der Rheinhöhenweg auf den Rheinsteig, gemeinsam geht es weiter. Nun sind die Wanderer von Eichen umgeben, von frischem Grün an den Ästen und verdorrten Blättern auf dem Weg. Immer wieder lugt zwischen den Bäumen ein Stück Rhein hervor, Bänke laden zum Verweilen und Gucken ein. Die Schwärmerei nimmt kein Ende. Wo sich der Fluss gegenüber von Spay in die Kurve legt, tun wir es ihm nach. Der Weg holt aus, bewegt sich einige hundert Meter vom Rhein weg und führt hinunter ins Dinkholder Tal. Nach dem Überschreiten des Bächleins hat das natürlich Folgen: Die Wanderer müssen wieder rauf. Drei weitere Taleinschnitte folgen, allerdings nicht ganz so weit ausschweifend. Dennoch sind die Raststellen willkommen.
Unten im Tal ist nun das "Enge Türchen" zu erkennen. Eine lange schmale Landzunge trennt den Rhein, auf den Bäumen haben sich Kormorane eingenistet. Linksseitig bleibt die Fahrrinne, rechts ist ein flaches Gewässer entstanden, das in trockenen Sommern zur Strandidylle wird. Hinter Osterspai krümmt sich der Rhein gewaltig, wir schneiden den Weg durch Obstbaumplantagen ab, kommen nach Filsen und beenden den ersten Wandertag.

Am nächsten Morgen sind die Füße erholt. Wird uns die Strecke bis Kamp-Bornhofen auf der Welle der Begeisterung weitertragen? Sie wird.

Vielleicht wurde das Rheinsteig-Symbol aus Dank für ein wunderschönes Fleckchen Erde am Ortseingang gleich neben Wegkreuz und Heiligenhäuschen befestigt. Der Weg biegt rechts ab und schlängelt sich wenige Meter später nach links vorbei an Häusern und Nutzgärten. Jetzt muss wieder Höhe gewonnen werden! Trotz steilem Aufstieg bleiben Blicke für die Artenvielfalt wilder Blumen, welch unterschiedliche Formen, Farben und Düfte. Hier fühlen sich kleine und große Schmetterlinge sichtlich wohl.
Rast an der Filsener Lei - schon wieder diese atemberaubenden Blicke auf den kurvenreichen und zu dieser Stunde gut frequentierten Rhein. Auch anschließend möchten wir am liebsten alle paar Meter stehen bleiben, längst gibt es keine Steigerung mehr bei der Schwärmerei. Gegenüber, auf der linken Rheinseite, ist das Symbol fürs Welterbe in den Hang geschnitten. An den Bopparder Schiffsanlegestellen herrscht Hochbetrieb. Touristen verlassen die weiße Flotte, andere gehen an Bord. Musik und die mehr oder weniger packend vorgetragenen Erklärungen zu Landschaften und Städten schallen von den Schiffen hinauf zu den Wanderern. Die Passagiere genießen das romantische Rheintal in langsamer Fahrt, wir tun"s gemächlichen Schrittes.

Die Gemeinde Kamp-Bornhofen hat den Verlauf des Höhenweges nach Filsen bereits vor Jahren zum Naturlehrpfad gemacht, über den das Symbol einer Eidechse leitet. Aber auch die Begegnung mit echten Eidechsen ist hier garantiert. Ziegen werden im verbuschten Hanggelände als "Rasenmäher" eingesetzt. An vielen Stellen erklären Schautafeln die Umgebung: Bäume, Pflanzen, Kulturlandschaft. Wandern und lernen. Die nächste Schulstunde findet wenig später im Wald auf dem Baumlehrpfad statt. Wir begegnen Förster Dieter Bielicki, der in seinem Revier Wanderern gerne Rede und Antwort steht. Durch den Wald hinunter, auf der anderen Straßenseite wieder hinauf - wir erreichen die Burg Sterrenberg und sehen wenig später deren "feindlichen Bruder", die Burg Liebenstein.
Diese Wanderung hat begeistert. Mit natürlicher und reizvoller Umgebung, mit kaum beschreibbaren Perspektiven und nicht zuletzt den Burgen als "Eckpfeiler" der Etappe sammelt der Rheinsteig als Qualitätswanderweg wertvolle Punkte.




Ortsgemeinde Filsen eröffnete erstes ehrenamtliches Rheinsteigbüro

von Bürgermeister Berthold Dorweiler, August 2006

Die Ortsgemeinde Filsen betreibt nunmehr ein ehrenamtlich geführtes Rheinsteigbüro. Hier können die zahlreichen Wanderer Informationsmaterial über den Rheinsteig, den zwischen Filsen und Kamp-Bornhofen gelegenen Naturlehrpfad sowie über unsere Ortsgemeinde erhalten.

Selbstverständlich gibt es hier auch den unter Rheinsteig-Wanderern zwischenzeitlich begehrten Etappenstempel Filsener Lei.

Das Büro (56341 Filsen, Oberstraße 17) befindet sich direkt neben dem historischen Rathaus Wachport und ist von Dienstag bis Sonntag von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet und telefonisch unter 06773 / 333 und per mail über Filsen-inof@t-online.de zu erreichen.

Das Foto zeigt (von links nach rechts)

Berthold Dorweiler, Bürgermeister,
Bernd Fuchs, Ortsbeigeordneter
Anja Karbach, Hotel ALTES TOR, Betreiberin des Rheinsteigbüros