Naturlehrpfad von Kamp-Bornhofen nach Filsen

Das Mittelrheintal

Das Mittelrheintal ist das eng eingeschnittene Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge. Mit relativ geringen Niederschlägen, im Jahresdurchschnitt 600 mm (Hochwald/ Hunsrück 1100 mm) und einer Durchschnittstemperatur von 9 Grad C (Hochwald/ Hunsrück 6 Grad C) zählt das Gebiet zu den trockensten und wärmsten Regionen Deutschlands („Xerothermgebiet") Der Kamp-Bornhofener Rheinhang, vom Bornhofener Bachtal nahe dem Kloster Bornhofen bis zur Filsener Lei, liegt auf der rechten Rheinseite und hat eine Länge von 4 Km.

Das Gebiet ist vor allem nach Süd und Südwest exponiert. Die Sonneneinstrahlung in einem günstigen Winkel schafft Voraussetzung für das Vorkommen wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten. Die Hangbereiche setzen sich aus natürlich gewachsenen Strukturen wie z.B. Felsbereichen und echtem Trockenrasen zusammen, sowie Strukturen, die durch den Einfluß des Menschen entstanden sind. Hierzu zählen beispielsweise Weinbergterrassen mit Bruchsteinmauern und Obstgärten. Der Wert und die Schönheit der Mittelrhein-Landschaft werden nicht zuletzt durch dieses Nebeneinander von natürlichen und durch menschlichen Einfluß geschaffenen Strukturen geprägt.


Der Naturlehrpfad

Am Friedhof Kamp-Bornhofen beginnt der Naturlehrpfad Mittelrhein, welcher über den Hauser-Weg zur Filsener Lei führt. Von dort setzt sich der Weg fort bis nach Filsen. Eine Rückfahrt mit Bahn oder Bus ist von Filsen aus möglich. Am Weg findet man 10 verschiedene Lehrtafeln und 2 Übersichtstafeln, welche über Landschaft, sowie Fauna und Flora des Kamp-Bornhofener Rheinhanges informieren. Der Besucher hat zudem herrliche Aussichten auf das Mittelrheintal. Die folgenden Lehrtafeln, die eigens für die örtlichen Verhältnisse angefertigt wurden, sollen die Besucher informieren:

Der Kamp-Bornhofener Rheinhang im Mittelrheintal Landschaftserhalt – Sukzession – Pflege – Nutzung Heuschrecken Halbtrockenrasen Streuobstwiesen Reptilien im Kamp-Bornhofener Hang Trockenmauern Felsgebüsche Segelfalter Wärmeliebender Eichenwald Diese Lehrtafeln sollen Sie über das Vorkommen seltener Tiere und Pflanzen und den ökologischen Wert bestimmter Biotoptypen informieren, sowie zu eigenem Beobachten anregen. Tiere und Pflanzen entdecken Der sonnenverwöhnte Naturlehrpfad Mittelrhein zwischen Filsen und Kamp-Bornhofen verspricht allerbeste Erholung Ein echter Geheimtipp: der Naturlehrpfad Mittelrhein bei Kamp-Bornhofen. Kaum irgendwo in Deutschland scheint die Sonne häufiger und regnet es weniger. Seltene Tiere und Pflanzen, die in diesem angenehmen Klima heimisch sind, machen den Pfad zu einem richtigen Erlebnis.

 

aus:Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 29.08.2005,

MITTELRHEIN.Zwischen Filsen und Kamp-Bornhofen erstreckt er sich der sonnenverwöhnte Naturlehrpfad Mittelrhein, der zum Staunen und Entdecken einlädt. Nur vorsichtig griff der Mensch in diese reiche, natürliche Umgebung ein, ohne sie zu zerstören - malerische Weinbergterrassen und herrlich duftende Obstgärten siedelten sich an den steilen Rheinhängen an. Der Ort Filsen, der sich als "Zentrum des Frühkirschlandes" vor allem im Frühjahr in ein wahres Blütenmeer verwandelt, markiert Beginn oder Ende des Pfades und ist auch wegen seiner mittelalterlichen Architektur eine Reise wert.

Ein- und Ausgangspunkt in Filsen ist die "Wachport", das alte Rathaus im Herzen der Altstadt. Von dort aus können Jung und Alt den Naturlehrpfad im Durchbruchstal des Rheinischen Schiefergebirges erwandern. Als eines der trockensten und wärmsten Gebiete Deutschlands beherbergt das Gebiet entlang des Pfades für die Region seltene Tier- und Pflanzenarten:

Schmetterlinge, die über prächtige Blumen flattern, oder zahme Ziegen, die über grüne Wiesen und schattige Hänge laufen, lassen sich geduldig beobachten. Ein Wärme liebender Eichenwald, Rasen oder Streuobstwiesen machen die Idylle perfekt. Zwölf anschauliche Tafeln erläutern den interessierten Besuchern alles Wissenswerte über die Landschaft, Flora und Fauna. Am unmittelbarsten aber ist das Naturerlebnis bei Entdeckungstouren auf eigene Faust. Im vier Kilometer entfernten Kamp-Bornhofen beginnt der Pfad kurz vor dem Friedhof, hinter der großen Bahnüberführung, und führt zur Filsener Ley. Die traditionsreiche Flößer- und Schiffer- gemeinde Kamp-Bornhofen ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus als Wallfahrtsort bekannt und hat für Besucher jeden Alters etwas zu bieten. Wen es also reizt, sich an einen Ort der Harmonie zwischen Mensch und Natur zu begeben, wird in dieser grünen Oase des Naturlehrpfads im Mittelrheintal ganz bestimmt voll auf seine Kosten kommen. (ksv)

 


Rapunzelglockenblume hoch über dem Rhein entdeckt

Trotz der Hitze großes Interesse an naturkundlicher Wanderung      

aus: Rhein-Lahn-Zeitung vom 21.06.2005, von Jürgen Dedekind

FILSEN.Gut 40 Naturfreunde, darunter viele Kinder, fanden sich in Filsen am Wachport ein. Die Ortsgemeinde veranstaltete zusammen mit Naturschutzreferent Manfred Braun und seiner Frau, Naturparkreferentin Ursula Braun vom Naturpark Nassau, eine Wanderung rund um Filsen durch Obstwiesen, Wald und Felsbereiche. Nach Begrüßung durch Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler machte sich die Gruppe auf den Weg. Schon an der Einfriedungsmauer des Wachports wies Manfred Braun auf die dort wachsende Mauerrauke hin, die sonst kaum jemand beachten würde. Der Weg führte über den neuen Rheinsteig Richtung Filsener Lay. Immer wieder hielten die Naturfreunde an, da Braun lehrreiche Erläuterungen zu den verschiedenen Pflanzen und Tieren machte. In seiner humorvollen Art schaffte er es spielend, auch die Kinder für diese Exkursion zu begeistern.

Egal ob Rapunzelglockenblume, Gemeine Schafgarbe, Wiesenlabkraut, oder die unterschiedlichen Schwalben, die an diesem heißen Tag am Himmel entlang flitzten, zu allem gab der Naturkundler interessante Erklärungen ab. Mit einem Käferkescher fing Braun aus dem hohen Gras am Wegesrand Kleinlebewesen ein. Jetzt waren die Kinder erst Recht in ihrem Element. Vorsichtig wurden die gefangenen Insekten befreit, die Kinder mussten erraten, worum es sich im Einzelnen handelte. David, der wohl jüngste Wanderer, zeigte sich besonders interessiert und fand es ungeheuer spannend, wenn die Grashüpfer, Spinnen, Wanzen oder Raupen wieder in die Freiheit entlassen wurden. Nur seine Frage, ob an diesem Nachmittag auch Krokodile gefangen werden, musste Manfred Braun lachend verneinen. Mit Zwischenstopps ging es weiter. Hoch über dem Rhein mit atemberaubenden Blick auf Boppard und Kamp-Bornhofen, wähnten sich die Wanderer angesichts der warmen Luftströme aus dem Tal fast wie am Mittelmeer. Dies ist laut Manfred Braun auch der Grund, warum viele Pflanzenarten gerade hier gedeihen.

Das ungewöhnlich warme Klima ermöglicht eine Vegetation, die ansonsten nur im südlichen Europa anzutreffen ist. Am Heiligenhäuschen wurde eine kurze Rast eingelegt und ein kühlendes Getränk genossen. Die weitere Etappe führte über den Filsener Lay durch die Obstwiesen zurück zum Ausgangspunkt. Der Nachmittag war für alle Beteiligten sehr lehrreich. Vor allem durch die lebendige Art von Manfred und Ursula Braun, die Schönheiten der Natur vor der Haustür zu erklären, kam zu keiner Zeit Langeweile auf und auch die hochsommerliche Hitze war gut zu ertragen.