Willy Brandt Grundschule

Besser könnten die Rahmenbedingungen für die Grundschulkinder aus Filsen und Osterspai nicht sein. Mitten auf der grünen Wiese, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindergarten „Regenbogenhaus“ und dem Sportgelände Osterspai, steht die im Jahre 1996 in Betrieb genommene „Willy-Brandt-Grundschule“.

Die in den 80`er und Anfang der 90`er Jahre in Filsen und Osterspai bewusst auf die Zielgruppe junger Familien mit Kindern ausgewiesenen Neubaugebiete hatten „ihre Wirkung“ nicht verfehlt. Die alte Grundschule in der Dorfmitte von Osterspai war zu klein geworden, so dass eine Schulklasse vorübergehend sogar im Schulungsraum des nahegelegenen Feuerwehrgerätehauses untergebracht werden musste.

Die ungünstigen Verhältnisse verlangten den Kindern und den Lehrerinnen und Lehrern seinerzeit sehr viel ab und belasteten die Lernsituation stark. Um so größer war die Freude, als sich dann 1994/ 1995 die Situation abzeichnete, dass mit dem Bau einer neuen Grundschule zu rechnen war.

Die „Grundschule vor Ort“ ist auch heute noch ein gewichtiges Argument für junge Familien, sich für einen Wohnsitz in den Gemeinden Filsen oder Osterspai zu entscheiden.


Ein Blick zurück in die gemeinsame jüngere Schulgeschichte von Filsen und Osterspai . . .

Eintrag in der Schulchronik von Filsen vom 01. August 1971
"Infolge Auflösung der Grundschule Filsen am 31.7.71 besuchen die Kinder des 1. bis 4. Schuljahres ab 1.8.1971 die Grundschule Osterspai. Sie werden nun in Jahrgangsklassen unterrichtet. Gleichzeitig wechseln die Filsener Schüler des 5. – 9. Schuljahres von Kamp-Bornhofen zur Hauptschule Braubach über. Alle Schulpflichtigen werden mit einem Bus zum Unterricht gefahren. Lehr- und Lernmittel, Bücher und Schulmöbel übernimmt die Schule Osterspai.
1.8.1971 gezeichnet:   KARBACH“.



aus der Rhein-Lahn-Zeitung vom 20. März 1996
Gute Figur und ziegelrotes Kleid
Offizielle Übergabe der Grundschule – Danco: Grundlage für Leben

OSTERSPAI Die vier Jahreszeiten hatten sich die Kinder gestern als Thema für die offizielle Übergabe ihrer Grundschule aufgegriffen. Deren Verlauf können sie nun hautnah am benachbarten Kreisobstlehrgarten beobachten. Die Kinder stellten die Vorteile von Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit Gedichten, Liedern und szenischen Einlagen dar. Nachdem sich der Herbstwind vor einem Gericht verantworten sollte, „schmolz“ ein überlebensgroßer Schneemann aus Luftballons unter den Sonnenstrahlen.Flötentöne brachten die Kinder ihrem Publikum gleich zu Anfang bei. Später priesen sie ihre neue Schule, die Platz für sechs Klassen hat: Sie hätte eine gute Figur und ein rotes Ziegelkleid. Zwischen den Auftritten vertrieb die Gauklergruppe „Lampenfieber“ ihnen im Obergeschoss die Zeit.Viel Lokalprominenz war erschienen, um an dem Festakt teilzunehmen. Pfarrer Baldewein und Pfarrer Dexelmann segneten die Schule ökumenisch ein. Die etwa 80 geladenen Gäste im Klassenraum 1 a, der zum Festsaal umfunktioniert wurde, begrüßte Hans Dieter Ilgner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Braubach: „Die Zeit der Enge im kleinen Schulgebäude, aber auch der Ortsnähe ist vorbei“. Licht, Raum, breite Flure und eine Pausenhalle inmitten der Natur stelle der Neubau bereit. Ilgner zählte die einzelnen Stationen der Geburtswehen auf. Als im April 1992 der Verbandsgemeinderat beschlossen habe, eine neue Grundschule zu errichten, hätten nur wenige an die Realisierung geglaubt. Insgesamt habe die Schule -mit Außenanlage und Inventar- rund 2.107.000 Mark gekostet. 693.000 Mark davon habe die Verbandsgemeinde zu tragen. Als Festredner verwies Regierungspräsident Gert Danco auf die richtungsweisende Rolle, die die Schule bei der Vorbereitung auf Beruf und Leben spielt: Ihr werdet darauf aufbauen können, was die Schule Euch mitgegeben hat“. Der erste Kreisbeigeordnete Willi Diel stellte die Frage in den Raum, was mit dieser Investition in Zukunft geschieht, wenn Schülerzahlen sinken. Für wichtig hält er, daß in der Schule nicht Gewalt und Eigennutz, sondern der Vorrang des Gemeinwohls in der Gesellschaft vermittelt werde.In Vertretung des Osterspaier Ortsbürgermeisters erinnerte Albert Bucheit an den ersten Schulraum in Osterspai, als vor 179 Jahren die Schulpflicht eingeführt wurde. Die damals 153 Schüler seien zunächst in einem 18 Quadratmeter großen Raum unterrichtet worden. Die Kosten für das erste Schulhaus hätten 2308 Gulden und 42 Kreuzer betragen. „Das waren noch gute Preise“. Die Wichtigkeit der Grundschule hob auch der Filsener Ortsbürgermeister Georg Lewentz hervor. Eine gute Zusammenarbeit wünschte sich Schulelternsprecher Alfred Neckenich. Schulleitern Hannelore Weiler beschrieb die Freude der Kinder am ersten Tag nach dem Umzug. „Wir wissen das Juwel hier zu schätzen.“