„Rüdiger - Nehberg - Ufer“

 



Erschließung und gestalterische Aufwertung des Rheinufers in Filsen

 

Ein Projekt der Ortsgemeinde Filsen mit Unterstützung der
EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER plus;

eine gebietsbezogene, integrierte Entwicklungsstrategie mit
Pilotcharakter der Lokalen Aktionsgruppe „Mittelrhein“



vorgestellt von Alfred Neckenich


Ufer trägt Namen des Menschenrechtlers


Rüdiger Nehberg zeigt sich in Filsen stolz, Namensgeber für das Rheingelände sein zu dürfen


FILSEN
. Seit 2001 kennt jeder im Mittelrheintal Rüdiger Nehberg. Damals überquerten er und seine Mitstreiter den Rhein, von Boppard nach Filsen, mit einem Baumstamm. Bereits vor sieben Jahren wollte Nehberg somit auf seine Hilfsprojekte aufmerksam machen. Nehberg ist ein wahrer Abenteurer und bekennender Aktivist für Menschenrechte. "Ich bin überwältigt und fühle mich sehr geehrt, dass der Naherholungsraum am Rheinufergelände in Filsen meinen Namen trägt", erzählte der Menschenfreund bei seinem Besuch in der kleinen Rheingemeinde.
Mit vielen Einheimischen pflegt der Menschenrechtler eine langjährige Freundschaft. Unermüdlich widmet er sich der Gerechtigkeit und dem Frieden unter den Menschen. Für den Ortsgemeinderat des kleinen Rheinörtchens hatten daher keinerlei Zweifel bestanden: Einstimmig entschloss man sich im Gremium, den neuen Rheinstrand "Rüdiger-Nehberg-Ufer" zu taufen.
Ein großer Gedenkstein, verziert mit einer massiven Holzplatte, zeigt den Besuchern, nach wem der Uferbereich benannt ist. Drei Thementafeln im Naherholungsraum erzählen von Nehbergs Leben, seinem Wirken und Handeln. Nehberg ist außerdem Gründer einer Menschenrechtorganisation, die den Namen "Target" (Ziel) trägt. Zusammen mit anderen Aktivisten versucht er, gegen weibliche Genitalverstümmelungen vorzugehen. Nach der feierlichen Einweihung des Naherholungsraumes am Rheinufer in Filsen stand Nehberg für offene Fragen bereit. Besonderes Interesse hatten die Kinder an seinen Abenteuern aus dem brasilianischen Urwald.
Am Abend ging es im Pfarrheim St. Margaretha weiter. Rüdiger Nehberg begeisterte die interessiert lauschende Zuschauermenge mit einem Querschnitt durch sein aufregendes Leben, eindrucksvoll bebildert mit einmaligen Diaaufnahmen. "Und natürlich darf sich Rüdiger Nehberg auch in das Goldene Buch der Gemeinde Filsen eintragen", freute sich Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler über den Besuch des Menschenrechtlers am Mittelrhein.

(td)Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 21.07.2008


Strandflair in Filsen

Gemeinde schafft sich eigenes Erholungsgebiet


aus: Rhein-Lahn-Zeitung vom 22.07.2008, von Tobias DIEHM

Das Unesco-Welterbe Oberes Mitterheintal gehört zweifelsohne zu den schönsten Naturschauplätzen Deutschlands. Der mit Weinreben bewachsene Bopparder Hamm und die größte Rheinschleife locken täglich viele Touristen. Seit Jahren wird vielerorts der Uferbereich als Erholungsraum genutzt. Auch in Filsen ist es jetzt soweit, das "Rüdiger-Nehberg-Ufer" wurde eingeweiht. Zahlreiche freiwillige Helfer haben einen eindrucksvollen Platz geschaffen, an dem in Rheinnähe gespielt, gefeiert und relaxt werden kann.

FILSEN. Sieben Jahre hat es gedauert, bis der Traum vom Naherholungsraum in Filsen am Rhein-Ufer erfolgreich umgesetzt werden konnte. "Angefangen hat alles 2001 bei einer Tagung des Forums Mittelrheintal in Kaub, zum Thema "Schwimmen im Mittelrhein"", berichtete Filsens Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler. Der Ortschef war so begeistert von dieser Vorstellung, dass Schwimmen im größten Fluss Deutschlands auch in der kleinen Rheingemeinde möglich gemacht werden sollte.
Der Weg vom zugewachsenen, unzugänglichen Ufer bis hin zum strahlenden Erholungsraum war jedoch sehr weit. Dorweiler und seine Mitstreiter mussten viele Probleme bewältigen und auch kleinere Rückschläge einstecken.

Letztendlich haben jedoch der Mut, die Hartnäckigkeit und die tolle Moral der Helfer dazu geführt, dass dieses Vorhaben realisiert werden konnte", resümierte der Ortschef.
Die zahlreichen freiwilligen Helfer, darunter auch die ortsansässige Firma Schneider und die Feuerwehreinheit Filsen sowie die Zuschüsse der EU haben es möglich gemacht, dass die Haushaltskasse durch die Projektumsetzung nur wenig belastet wurde. Mehr als 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden investiert, und der Erfolg des Projektes ist sichtbar und erlebbar.
Besonders bedankte sich Dorweiler bei seinen Kollegen des Filsener Gemeinderates, den örtlichen Behörden und lokalen Politikern - allen voran bei dem ehemaligen Büroleiter der Verbandsgemeinde Braubach, Willi Velten. "In besonders schwierigen Zeiten war es Velten, welcher uns mit Rat und Tat zur Seite stand." Dafür wurde ein Versprechen eingelöst, welches Dorweiler und die Ortsgemeinde dem ehemaligen Büroleiter gegeben hatten. "Ein Strandbad, nur mit einem echten Strandkorb", so lautete die Abmachung. Velten war der Erste, der es sich in einem großen Korbgeflechtstuhl bequem machen durfte. Des Weiteren lobte Dorweiler auch das Engagement des rhein-land-pfälzischen Landtagsabgeordneten David Langner.

Viele weitere Ehrengäste waren gekommen, um das neue Erholungsgebiet am Mittelrhein zu begut-achten, darunter auch der Staatssekretär im Ministerium des Inneren und für Sport, Roger Lewentz. Als kleines Geschenk überreichte Lewentz eine Europaflagge. "Schließlich kam viel finanzielle Unterstützung auch von der Europäischen Union." Stellvertretend für den Welterbe-Zweckverband überreichte Günter Kern ein Präsent, nämlich einen Fahnenmast und eine dazugehörige Fahne. Kern versicherte, dass solche Projekte auch zukünftig gefördert werden. "Filsen ist um ein weiteres Highlight reicher", ergänzte Werner Groß, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Braubach. Besonders stolz ist der Politiker darauf, dass Filsen dafür bekannt ist, vorgenommene Projekte selbstständig realisieren zu können.

Zu Beginn der Einweihungsfeier hatten Pfarrer Stefan Neis und seine Kollegin, Pfarrerin Ute Lohmann, das Freizeitgelände eingesegnet. Zahlreiche Besucher tummelten sich um Getränkestand und Grill. Dazu verteilte der Jugendrat frisches Obst und süße Früchte.
Ein weiterer Höhepunkt erwartete die Gäste jedoch am späten Nachmittag. Schließlich fehlte noch die offizielle Namensvergabe des neuen Naherholungsraumes am Rheinufergelände in Filsen. Bereits im Juni 2007 hatten die Gemeinderatsmitglieder einstimmig entschieden, das Gelände nach Rüdiger Nehberg zu benennen. Nehberg, 1935 in Bielefeld geboren, war Konditor und ist Aktivist für Menschenrechte und Überlebenskünstler. Seit 1980 setzt sich der Träger des Bundesverdienst-kreuzes für das Indianervolk der Yanomami in Südamerika ein. 1981 durchquerte er - begleitet von einem Fernsehteam - Deutschland ohne besondere Ausrüstung und lebte nur von dem, was er un-terwegs in der Natur fand. 1987 überquerte Nehberg mit einem Tretboot den Atlantik. 2000 gründe-te er die Menschenrechtsorganisation Target, die gute Erfolge im Kampf für die Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung erzielt. Nehberg wollte es sich nicht nehmen lassen, den nach ihm benannten Strandabschnitt persönlich zu besuchen und einzuweihen.


. . . mehr zur Historie dieses Projektes

Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler war am Anfang schon klar: Mit der Anerkennung unserer Heimat als Weltkulturerbe müssen als Teil des Gesamtprojektes auch Maßnahmen zur Aufwertung der eigentlichen Uferbereiche des Rheines durchgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund hatte er bereits im Herbst 2002 bei der LAG (Lokalen
Aktionsgruppe Mittelrhein), durch die das EU-Projekt LEADER plus regional umgesetzt wird, einen Antrag auf Bezuschussung der Erschließung und gestalterischen Aufwertung des Rheinufers in Filsen gestellt. Das Filsener Projekt sieht die Schaffung eines örtlichen Naherholungsraumes zur Steigerung der Attraktivität des Fremdenverkehrs und eine Optimierung der Gewässer- und Uferpflege vor.

Es beinhaltet mit einhergehenden Entbuschungsmaßnahmen u.a die Anlage eines Freizeitgeländes in Form von Liegewiesen und eines Sandstrandes. Willkommene „Schützenhilfe“ zu dieser Idee erhielt Berthold Dorweiler im Frühjahr 2003 von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Margit Conrad.
Auf einer Veranstaltung im Boppard sah die Umweltministerin Handlungsbedarf in der Verbesserung der Zugänge zum unmittelbaren Rheinufer.
"Denn nur wenn die Menschen die Möglichkeit haben, den Aufenthalt am Rhein zu genießen, entwickeln sie ein Bewusstsein für die Vorzüge der Lage am Strom". Dazu gehört ihrer Meinung nach auch die Öffnung der Orte zum Fluss und die Verbesserung der Erscheinungsbilder der Gemeinden.

Es war ein langer Weg, bis Berthold Dorweiler am 25. November 2006 endlich den Zuwendungsbescheid der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord über die Projektförderung in Höhe von 27.500,-€ in Händen halten konnte.
Mit diesem Geld wird die Gemeinde Filsen das Projekt weitestgehend in Eigenleistung realisieren.


Nun fließt das Geld endlich

Von "Leader plus" kommt ein Zuschuss von 27.500 Euro für die Gestaltung des Filsener Rheinufers

aus: Rhein-Lahn-Zeitung vom 08.12.2006

Was lange währt, wird endlich gut: Der Traum, in Filsen am Strand zu liegen, im Liegestuhl das Plätschern der Wellen zu genießen, an des Rheines Ufer den vorbeituckernden Schiffen nachzusinnen - dieser Traum ist nicht ausgeträumt. Denn endlich kam der Bescheid des bewilligten Zuschusses.

FILSEN: Einen Luftsprung haben Filsens Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler und sein Beigeordneter Dietmar Runkel gemacht, als jetzt die offizielle Nachricht kam, dass die Gestaltung des Geländes am Rhein gefördert wird. Denn seit vier Jahren kämpft die Gemeinde darum, oft war die Förderung angekündigt worden, nun aber dürfte die Realisierung des Freizeitgeländes am ehemaligen Strandbad in trockenen Tüchern sein.
Wie jetzt bekannt wurde, ist es einer der letzten, wenn nicht gar der letzte Bewilligungsbescheid in der "Leader plus"- Förderperiode 2002 bis 2008 im Bereich der Zuständigkeit der Lokalen Aktionsgruppe Mittelrhein der am 22. November der Gemeinde zugestellt wurde. Die Ortsgemeinde erhält, so heißt es da, 27.500 Euro an EU-Mitteln, die ihr als Projektträgerin von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zugesprochen wurden. Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Mittelrhein, Thomas Bungert, kommentiert: "Ich bin froh, dass dieser Bescheid doch noch ergangen ist. Die Filsener hatten lange um eine Bewilligung ringen müssen, da einige Probleme im Bereich des Natur- und Umweltschutzes und wasserrechtlicher Genehmigungen etc. im Vorfeld geklärt werden mussten. Doch alle Beteiligten haben vorbildlich an einem Strick gezogen".

Nach fachlicher Prüfung durch die Dorferneuerung seien, so Bungert, von 60.200 Euro Kosten rund 55.000 Euro als zuwendungsfähig anerkannt wurden. Der Zuschuss ist zweckgebunden. Das Projekt hat als Ziel "die Steigerung der Attraktivität einer exponierten Lage am Mittelrhein an der größten Rheinschleife". Es beinhaltet mit einhergehenden Entbuschungsmaßnahmen die Anlage eines Freizeitgeländes in Form von Liegewiesen und eines Sandstrandes. Das Terrain, das als örtlicher Naherholungsraum dienen soll, wird dabei auch Begrenzungsmauern erhalten. An der Stelle, wo auf einer Fläche von 800 Quadratmetern die Liegewiese entstehen soll, war früher ein Strandbad.
Das neue Freizeitgelände wird nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Touristen des Unesco- Welterbetals anlocken, ist sich "Leader plus" -Koordinator Bungert sicher, zumal mit den Maßnahmen ein verbleibendes und übersichtliches Kies- und Muschelufer enstehen soll.
Die Umsetzung wird mit unentgeltlichen Arbeitsleistungen der Bewohner vor Ort unterstützt. Nur so ist die gesamte Finanzierung des Vorhabens gesichert.